Eisige Kälte da draußen. Hier drinnen ist es gemütlich warm. Ich bin dankbar dafür.
Im Arbeitszimmer sind es zwar nur 19 °C, aber mit meinem Hillwalk-Pullover geht es mir hier sehr gut. Neben der Tastatur steht der Kaffee, meinen Tee habe ich schon getrunken. Ich habe gut und ausreichend geschlafen. Und die Schulterschmerzen sind heute moderat.
Mal sehen, ob ich heute rausgehe. Auf jeden Fall werde ich die Retouren in den Postshop bringen. Darunter ist auch das Gärkörbchen für ovale Brote. Wozu brauche ich das eigentlich? Ich hatte vor, kleine Brote zu backen, etwa 500 g schwer. Am Ende kam nur ein schmales, baguetteähnliches Brot dabei heraus.
Lassen wir die Experimente.
Ich backe ein super schmeckendes Roggenvollkornbrot mit Sauerteig in der Kastenform. Das ist gut – noch nicht perfekt, aber daran arbeite ich. Vielleicht muss ich hundert Brote backen, bis eins davon wirklich perfekt ist.
Ich könnte auch Brötchen backen, kleine Brötchen. Das tue ich schon mein Leben lang. Ich bin bescheiden – aber ich habe doch immer wieder Träume. Wie den vom perfekten Brot. Oder davon, Französisch sprechen zu können.
Was ist eigentlich mit der Mundharmonika? Die wird zurzeit von mir vernachlässigt. Auch so eine sinnlose Tätigkeit, bei der ich es wohl nie zur Meisterschaft bringen werde. Beim Sauerteigbrot vielleicht – da ist noch etwas drin. Aber Bluesharp oder Französisch? Sicher nicht.
Trotzdem macht es mir Freude, Französisch zu lernen – nach dem Frühstück, nachdem ich die Schlagzeilen gelesen habe. Lernen statt weiter Nachrichten zu lesen. Das ist entspannender.
Ich könnte auch meditieren. Aber dazu habe ich meist wenig Lust. Ein wenig Chi Gong? Ja, gerne.
Und dann sitze ich hier und schreibe. Ob ich es hier zur Meisterschaft bringen kann? Ja, das glaube ich sicher. Das Potenzial ist da. Man sagt, man braucht zehn Jahre, um in einem Fach zur Meisterschaft zu kommen. Ich arbeite schon viele Jahre daran – nur noch nie so zielgerichtet wie heute.
In zehn Jahren werde ich vierundachtzig sein. Wenn ich es bis dahin schaffe – dann werden wir es sehen. Und wenn nicht, dann habe ich es wenigstens versucht.
Ich spiele übrigens auch in der Fernsehlotterie mit. Da tue ich etwas Gutes – und kann gleichzeitig davon träumen, einen Hauptgewinn zu bekommen.
Also: Lasst uns weiterspielen. Und das Leben nicht zu ernst nehmen. Es wird auch wieder wärmer da draußen.

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