Kategorie: Autobiografisch


  • 23.10.2025 Mein Vater hat heute Geburtstag. Er wäre 111 Jahre alt geworden. Bei seiner Geburt gab es noch den Kaiser. Mit 10 begann der 1. Weltkrieg. Mit 14 war er zu Ende. Er fing als Hilfsarbeiter an, wahrscheinlich in einer Feilenfabrik. Sein erstes selbstverdientes Geld investierte er in Kekse. Selbstverdiente Kekse, die er mit großem

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  • Ist meine Zeit gekommen? Nein, sie war schon immer da. Die Frage ist, wie ich sie nutze. Muss es denn immer einen Nutzen geben? Vielleicht reicht es auch, einfach nur zu leben. Das Leben ist schön genug – jedenfalls, wenn die Sonne scheint und man auf dem Balkon sitzen und die warme Luft genießen kann.

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  • Tag der Befreiung. Tag der Kapitulation. Tag des absoluten Zusammenbruchs. War das jetzt ein guter Tag für Deutschland? Ja, ganz sicher. Die Befreiung von der Diktatur der Nazis. Von der Herrschaft der Grausamkeit. Des mitleidlosen Tötens. Deutschland über alles! Und wenn alles zusammenbricht. Dabei waren es gar nicht so wenige, die mitgelaufen sind. Die wohl

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  • Auf meinem Schreibtisch sitzt ein kleiner, dicker Buddha

    Er ist vielleicht drei Zentimeter groß, sieht unmöglich fett aus, sein Bauch wie im neunten Monat schwanger. Glatzköpfig, mit großen Ohren am runden Schädel. Sein Mund ist weit aufgerissen im Lachen. Ja, er lacht über mich. Oder über sich? Ich weiß es nicht. Jedenfalls sitzt er dort schon seit einigen Jahren und schaut mir bei

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  • Sind die bösen Clowns im Weißen Haus? Haben sie jetzt die Macht übernommen? Oder sind sie noch zu stoppen? Wie kann man sie stoppen? Was kann ich tun, damit die böse Alice nicht bei uns die Macht übernimmt? Kann ich überhaupt etwas tun? Wie kann ich damit umgehen?

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  • 30.10.1971 Ich bin in einer Fotoausstellung über den Krieg in Vietnam. Vor einem Bild mit stehend, höre ich einen Dialog zwischen einem Kind und seinem Vater. Den Dialog habe ich kurz danach aus der Erinnerung aufgeschrieben. Unter dem Foto mit toten Zivilisten, darunter auch Kinder, steht: Q. : Babies auch?A. : Babies auch. Kind:         

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  • Eisbeinhäuser

    Wenn man das Krankenhaus verließ, dann die Straßenseite wechselte, hatte man einen grandiosen Blick auf den Remscheider Berg. Ganz oben thronte das Rathaus, davor die Hügel hinauf Haus auf Haus, Fensterreihen, dunkle Dächer, von Ruß und Dreck geschwärzt, Industrieanlagen wie Festungen aus Backstein in den Berg gebaut aber ebenfalls eher schwarz als rot. Aber im

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  • Vielleicht wäre es ja besser gewesen, ich wäre mit meinem Vater mitgegangen, aber ich konnte ja nicht ahnen, dass es immer weiter so schneien würde. Es hatte schon in der Nacht geschneit und alle Straßen und Wege waren von einer dicken Decke Schnee bedeckt. Am Morgen war ich von Geräusch der rutschenden und durchdrehenden Räder

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  • Gestern morgen in der S-Bahn nach Altona. Es ist ziemlich voll, in meinem Waggon sitzt eine Gruppe Kindergartenkinder, sie kommen wohl aus Wedel und machen einen Ausflug in die große Stadt. Eine Erzieherin, eine junge blonde Frau, mütterlicher Typ, sitzt mir schräg gegenüber, unterhält sich mit den Kleinen. Sie weist auf interessante Sachen hin, die

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  • Vorige Woche ist meine Schwester Marianne gestorben. Einerseits bin sehr traurig andererseits aber auch froh, dass sie nun frei ist von ihrer langen quälenden Krankheit. Wir waren gerade im Urlaub in Caorle, als ich von ihrem Tod erfuhr. Abends besichtigten wir die Basilika von Caorle. In katholischen Kirchen ist es üblich, dass in den Seitengängen

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