Ich weiß nicht, was ich veröffentlichen soll von meinen vielen Schreibereien. Jeden Tag eine Morgenseite. Wen interessiert das schon außer mir?

Gestern habe ich mal wieder per Hand geschrieben. Fast eine Stunde lang Musik gehört. Und dazu assoziativ geschrieben. Das Thema war Aufräumen. Mein Leben aufräumen. Habe ich schon mit 50 gesagt. Mit 50 Jahren sammelt sich allerhand an. Da muss man schon mal aufräumen und vielleicht ein paar Sachen wegwerfen. Jetzt bin ich über 70 Jahre alt und es ist nicht weniger geworden.

Wenn ich nur an meinem Arbeitsplatz in unserem Arbeitszimmer anfange, kann ich schon mein ganzes Leben aufräumen. Mein Bücherregal, geschrumpft auf drei Regalbretter, trotzdem mein ganzes Leben in Büchern. Grob nach Themen sortiert. Das ist mein nächstes kleines Projekt. Dieses Regal ausräumen und nur das wieder rein, was heute noch Sinn macht.

Ich hätte gerne ganze Reihen von Regalen an den Wänden gehabt und alle Bücher, die ich in meinem Leben gekauft habe, wären noch bei mir. So könnte ich mir meine Entwicklung ansehen, jeden Tag. Würde ich Bücher noch mal lesen? Hermann Hesses Steppenwolf? Dostojewskis düstere Geschichten? Ich habe sie alle verschlungen, weil sie passten zu meinem Lebensgefühl. Max Frisch Montauk, seine Tagebücher. Ich weiß nicht… Heinrich Böll, Ansichten eines Clowns. Sollte ich mal reinschauen. Von wegen Clown.

Das Gute ist, dass man so ziemlich alle Bücher in der Bücherhalle ausleihen kann. Oder sogar kaufen. Wenn man will. Sie sind nicht weg, stehen mir immer wenn ich es will zur Verfügung. Also warum sollte ich mich mit ihnen belasten? Na ja, noch mal umziehen werde ich wohl hoffentlich nicht mehr. Bücherkisten schleppen und dann im Keller verstauen, keine gute Wahl.

Wozu soll man Dinge aufbewahren, die man gar nicht braucht. Oder vielleicht irgendwann mal. Dabei denke ich nicht nur an Bücher, sondern an alle die Sachen, die in unseren Kellern gehortet sind. Wer weiß schon, ob man die nicht noch mal braucht? Einen Luftentfeuchter zum Beispiel, ein alter Bauernschrank, auseinander gebaut, der vor sich hin gammelt. Wir haben in der Wohnung keinen Platz für ihn. Also wohin damit? Könnte man jetzt schon verschenken an eines unserer Kinder.

„Das letzte Hemd hat keine Taschen.“ Einer der Lieblingssprüche meiner Mutter. So ist es. Für die letzte Reise brauchst du nichts. Nur Frieden mit dir und die Bereitschaft zu gehen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit dem Absenden eines Kommentars erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
Mit dem Abonnieren des Newsletters erklärst du dich damit einverstanden, dass deine E-Mail-Adresse zum Versand des Newsletters gemäß unserer Datenschutzerklärung verarbeitet wird.
Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.